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Montag, 29. Dezember 2014

Baja Saxonia 2009


Platz 4 für die RallyeBIG und Stefan Heßler bei der Ausgabe der Baja Saxonia 2009


BLACK DESERT 



Die Baja Saxonia am Karfreitag 2009: Nichts erinnert an die kalten Ostertage des Vorjahres, an denen Schnee fiel und Minusgrade das Land erfrieren ließen...

BILDER Baja Saxonia 2009


...Blauer Himmel und sommerliche Temperaturen – für die Offroadfreunde die beste Gelegenheit, einen artgerechten „Osterspaziergang“ zu unternehmen. Die BAJA SAXONIA hat sich das Osterwochenende als traditionellen Termin reserviert.

Obwohl die deutsche Baja noch kein Prädikat besitzt, herrscht im Fahrerlager internationales Flair. Teilnehmer von Bulgarien bis Niederlande, Österreicher und natürlich reichlich Deutsche sind in diversen Motorrad-, Quad-, und Autoklassen angetreten. Überall surren Notstromaggregate und riesige LKW- Burgen der Autoteams lassen echtes Rallyefieber schon im Fahrerlager aufkommen. Sicher hat auch der Bericht in der ENDURO dazu beigetragen, dass die Motorradklasse sehr gut besetzt war. Dank eines Hauptsponsors (HESSLER RALLYE TEAM! ) wurde in diesem Jahr erstmalig ein Klasse über 180kg Fahrzeuggewicht ausgeschrieben – und sehr positiv angenommen. Neben zwei Dutzend BMW HP2 tummelten sich große KTM´s und AfricaTwins, Suzuki DR BIG und sogar ein “Rallye Tiger“ von Triumph in dieser Klasse und erinnerten ein wenig an die Vielfalt großer alter Dakartage.

Der Karfreitag, ürsprünglich für die technische Abnahme und den Prolog gedacht, wird durch Genehmigungsprobleme zum wahren Feiertag: Eine reibungslose Papier- und Technikabnahme, dann Benzingespräche und chillen in der warmen Frühjahrssonne – und pünktlich ins Bett. Der Prolog wurde nämlich auf den Samstagmorgen verlegt - der Vorstart um 5.40 Uhr noch bei Dunkelheit. Diese ersten fünf Wertungskilometer sind gut zum Rhythmus finden – die Fahrtzeit wird lediglich zum ermitteln der Startreihenfolge herangezogen und geht nicht in die Wertung ein. Taktiker und Navigationsverweigerer versuchen durch Langsamfahrt einen späten Startplatz zu erwischen und übersehen dabei, dass die Fahrtzeit für alle Motorräder limitiert ist. Die Zeitvorgabe von vier Stunden gilt ab dem Start des ersten Fahrers.

Nach einer „Frühstückspause“ geht’s endlich richtig los: 170 km durch den Tagebau – klingt langweilig? Mitnichten! Die Rundenlänge von über 40 km, Singeletrails und schnelle Passagen im Wechsel sind genauso spannend wie das sauber geschriebene Roadbook, welches man dringend benötigt, um den richtigen Weg zu finden. Im Gegensatz zur italienischen Baja wird in Leipzig nichts abgeflattert, Navigationskünste sind also zumindest in Runde eins durchaus gefragt. Die heiße Sonne hatte allerding nicht nur Gutes, brannte sie doch das komplette Tagebauloch staubtrocken und die Sicht sank stellenweise gegen Null. Mehreren Fahrern wurde dieses zum Verhängnis, im dichten Staub stürzten sie teils schwer, sodass am Sonntag sogar ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden musste. Die Rettungskette war aber vorbildlich organisiert, nicht nur Fahrer, auch Bikes wurden schnellstmöglich geborgen und versorgt.

Weit weniger positiv fiel die von der Baja-Organisation beauftragte externe Zeitnahme aus. Die neue Transponderwertung, welche zukünftig auch bei der „Breslau“ eingesetzt werden soll, kann dem Fahrer schon bei Zieldurchfahrt mit Hilfe eines persönlichen Ausdruckes über Fahrzeiten und erreichte Checkpoints informieren. In der Praxis häuften sich allerdings die Fehler bei der Zeiten- und Kontrollstellenerfassung und da in Vertrauen auf die neue Technik zumindest am Samstag keine handgeschriebenen Gegenlisten geführt wurden, war es unmöglich herauszufinden, ob die Fahrer wie sie behaupteten wirklich am CP waren. Auf eine Tageswertung wartete man daher auch vergeblich.

Ostersonntag, 6.40 Uhr. Die Sonne kratzt gerade am Horizont als die Ersten auf die Strecke geschickt werden. Die Runde eins von sieben - bei gesamt 224km – ist besonders gefährlich. Staub steht dicht in der Luft, das tiefstehende Morgenlicht blendet zusätzlich. Nur die Abschnitte im Kohleflöz sind finster wie die Nacht, der schwarze Staub vernichtet jeden Lichtstrahl. Die neue Strecke ist wieder abwechslungsreich, diesmal sind viele schnelle Passagen dabei. Die tiefsandige Auffahrt, an der am Vortag noch eine ganze „Kuhherde“ strandete, wird diesmal abwärts befahren und auch die anderen „doppelten“ Abschnitte sind durch die LKW wegen des trockenen Wetters nicht sehr stark zerfahren. Im Laufe des Vormittags verteilt sich das Fahrerfeld auf der Strecke, sodass auch die Staubentwicklung einigermaßen erträglich wird. Bei den leichten Bikes toben die sandgewohnten Holländer vornweg, der Deutsche Ingo Zahn bläst zur Aufholjagd, nachdem er am Samstag durch Navigationsfehler weit zurückfiel. Das - zumindest unter trockenen Bedingungen – Motorradgewicht kein Hindernis sein muss, zeigen Robert Labinsky auf seiner RallyKTM und Stefan Heßler auf einer DR BIG. Ihre Fahrtzeiten erscheinen in der Gesamtliste gleich nach den holländischen „Leichtgewichten“.

Zur Siegerehrung spät am Abend sind die meisten Motorradfahrer schon abgereist – leider muss man sagen, denn die Stimmung im Partyzelt war top. Ganz ohne das Countryklischee sorgten besonders die Autopiloten für Stimmung. Da es auch am Sonntag wiederholt Probleme mit der Zeitnahme gab, wurden bei der Siegerehrung nur die TopTen verlesen und die Sieger prämiert. Ein etwas trauriges Ende für eine insgesamt hervorragende Rallye. Das Fazit kann demnach nur lauten: Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder (mit)machen. Nirgendwo bekommt man sonst so eine tolle Wüstenrallye - mitten in Deutschland, genau vor der Haustür!

Ergebnisse:
Motorräder bis 180kg
1 de Boer, Jarno
2 Nijen Twilhaar, Bastiaan 
3 Kienast, Gerhard
4 Maikranz, Hagen
5 Knisel, Hermann

Motorräder über 180kg
1 Labinsky, Robert
2 Banet, Daniel
3 Suchanek, Hubert
4 Heßler, Stefan
5 Schöninger, Georg

weitere INFOS: BAJA SAXONIA Homepage

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