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Dienstag, 30. Dezember 2014

Rallye Dalmatia 2011






Platz 2 für Stefan Heßler auf der RALLYE BIG bei der RALLYE DALMATIA 2011!

Die DR BIG hat super funktioniert und der Fahrer auch nur einmal (leider) einen Fehler gemacht. Daher Platz 2. 
 
 


101 Dalmatiner - Die Rallye Dalmatia 2011 

Offroadrallyes finden derzeit allgemein guten Zuspruch: Sportliche Herausforderung mit einem Schuss Abenteuer ist in. Allerdings muss das gesamte Paket stimmen, sonst gehen auch Rallyes einfach „mal unter“. Bei der Dalmatia stimmt´s wohl, wie anders wäre zu erklären, dass in diesem Jahr mit wirklich genau 101 Startern wiederum ein neuer Teilnehmerrekord zu verzeichnen war. Vorrangig Österreicher und Deutsche, aber auch Tschechen, Holländer und auch Schweizer waren am Start. Auf dem Programm standen ein Prolog– und vier Fahrtage, gesamt fast 1000km quer durch das Hinterland der dalmatinischen Küste.

Den alten Hasen schon bekannt: Der Prolog wird nicht über Speed sondern mit kluger Navigation entschieden. Irgendwo schrieb sicher mal ein ganz Schlauer in eines der vielen Offroadforen, dass man die Dalmatia – weil einsteigerfreundlich – mal so nebenbei fahren und sicher auch gewinnen könnte. Die Schweizer sind dem wohl auf dem Leim gegangen und hatten genau das vor. Doch erstens kommt es anders … Cesare Gallina verfährt sich im Prolog um gigantische 30km und findet kaum einem Ausweg aus dem Dickicht von Pfaden zwischen Ginsterbüschen, buckelt sogar seine KTM über mehrere Steinmauern um wieder eine Straße zu finden, sein Kollege Michael Gehri wird von der Einspritzanlage seiner Husaberg verlassen, nur Juen Beat schafft mit seinem Einstieg eine Basis für eine späteren Top-Ten Platz. 

Am ersten Wertungstag starten die Besten wieder zum Schluss, die Handicapregelung hilft den Einsteigern, am Tage ins Ziel zu finden und lässt zudem das Feld nicht zu sehr auseinanderreißen. Bei 101 Startern im Minutentakt ist dies ohnehin schon ein langwieriges Prozedere. Die Sonderprüfung (SP)1 macht klar: Hier wird nicht nur im Schleichtempo durch Ginsterbüsche gekurvt! Vollgas ist angesagt auf einem Schotterpass hoch hinauf ins Velebit-Gebirge. Hier gibt’s ein paar Geraden, auf denen die Topfahrer die Maschine richtig ausdrehen können. Der Thrill der Geschwindigkeit, immer knapp an steil abfallenden Felsschluchten entlang, kann süchtig machen.

Am Dienstag gibt’s Marathon! Fast 450km auf Schotterpisten weiter Richtung Süden fast bis nach Bosnien hinein führt die Etappe. Nur eine Wertungsprüfung, knapp 20km lang, wird hauptsächlich für die Topfahrer ein Kriterium. Viele schwächere Teilnehmer schaffen kaum die richtige Startzeit, was natürlich zu Zeitstrafen führt. Ein Schnitt von 35km/h hört sich so verführerisch gemütlich an, schafft aber nur, wer fehlerlos durch technisch anspruchsvolles und in der Navigation alles andere als einfaches Gelände pflügt. Als dann in einem Steinfeld nach Kompasskurs navigiert werden muss, kommt die Zeitplanung nicht nur bei den Anfängern ins Wanken. Gut 80% des Feldes schlägt, meist den Spuren oder den Helmen der weithin erkennbaren Vorrausfahrenden folgend, die falsche Richtung nach Westen ein und trifft sich versammelt und umherirrend auf einer einsamen Asphaltpiste. Gleich heißt es das Roadbook ist falsch! Ausgerechnet eine Anfängerin muss zeigen wie es funktioniert: Sabine Völz navigiert fehlerfrei, findet die zusätzlich aufgehängten Markierungen und ist als eine der ersten am Kontrollpunkt.

Mittwoch ist Ruhetag, die Bikes müssen im Fahrerlager bleiben. Einige schrauben den ganzen Tag, um ihr Bike wieder fit zu bekommen. Die Mehrzahl der bunten Rallyeshirts sieht man allerdings auf der Hafenpromenade von Biograd Eis schlecken oder beim Sonnenbad.

Donnerstag –endlich wieder Gas geben! Die Bikes sind frisch überholt, die Fahrer ausgeruht und top motiviert, so geht’s in die Navigationsprüfung. Dort erwartet sie nochmals schwierigere Navigation, weil der richtige Weg über Kompasskurse ausgemacht werden muss. Doch so frisch und leicht wie der Tag begann, sollte er nicht enden… Kurze Zeit später wird die SP1 abgebrochen, die SP2 abgesagt, denn die Rettungssanitäter haben alle Hände voll zu tun, um nach drei Unfällen zwei leicht- und leider auch einen schwerverletzten Fahrer zu bergen. Alle hatten sich verfahren, waren umgekehrt und waren viel zu schnell, teils auch auf der Gegenspur, dem Feld entgegen gefahren. Ein weiteres trauriges Fazit vom Tag: Keine der beiden SP wird gewertet, lediglich die Checkpoints 1 und 2 beeinflussen den Tabellenstand.

Freitag- der letzte Fahrtag, jedoch ein Finale Furioso! Die SP1 heißt „Alan Man“ und der wird, wer diese 15 Kilometer bergauf am schnellsten absolviert. Beat Juen aus der Schweiz wird diesen Pokal erhalten. Auch die SP2 ist eine sehr schnelle Prüfung, auf der die meisten eher verlieren statt gewinnen können. Entsprechend unspektakulär wird diese auch gefahren. Nun aber ohne Fehler und Pannen zurück zum Hotel, die Siegerehrung wartet.

Verdienter Gesamtsieger wird in diesem Jahr der „Oldmen“ Joe Müller. Er fährt immer noch verdammt schnell und zudem fast nie falsch. In den Kategorien Ladies, Oldmen (über 50 Jahre), Motorrad bis 180kg, über 180kg und auch in der Teamwertung werden Pokale an die Sieger verteilt. Diese können bis weit in die warme Frühlingsnacht im Hotel am Meer feiern, bis es am nächsten Tag mit etwas Wehmut und vielen Vorsätzen für das nächste Mal nach Hause geht. Dem Beifall für die Veranstalter nach dürfte die kommende Dalmatia ziemlich fix ausgebucht sein. Also rechtzeitig anmelden zur Rallye Dalamtia im Mai 2012!
TEXT HRT

INFO

Die Rallye Dalmatia ist eine Veranstaltung, bei der Profis genauso wie Einsteiger ihren Anspruch finden. Sie führt auf Schotterpisten rund um Biograd südlich von Zadar. Start und Ziel jeder Etappe ist ein Vier-Sterne- Hotel direkt am Meer. Familienanschluss ist daher beinahe schon üblich. Auf den Etappen wechseln sehr schnelle Passagen mit technisch anspruchsvollen Anteilen und auch einigen Asphaltstrecken. Die Navigation wird durch die zahlreichen Pisten im fast unbewohnten Hinterland dann besonders anspruchsvoll, wenn schnell gefahren wird. Obwohl der Schnitt auf den Verbindungsetappen zwischen den täglich 2 Sonderprüfungen (mit Navigation, auf Bestzeit zu fahren) lediglich 35km/h beträgt, sollten Anfänger nicht verzweifeln, falls dieser nicht zu schaffen ist. Es gibt lediglich Strafzeiten, ausgeschlossen wird niemand und selbst nach Abbruch einer Etappe ist ein Neustart am nächsten Tag möglich. Die medizinische Versorgung und Notfallkette sind ausgezeichnet, das wurde in diesem Jahr (leider) unter Beweis gestellt. Ein technischer Service kümmert sich genauso wie ein Besenwagen um Liegenbleiber und kleinere Defekte. Das veranschlagte Nenngeld geht in Ordnung, es wird – auch im Vergleich zu anderen Rallyes - sehr viel auf und neben der Piste geboten.

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